Liebeskummer – Was ist das und was kann dagegen getan werden?

Fast jeder Mensch leidet mindestens einmal in seinem Leben an Liebeskummer. Dieses Gefühl, das zu einer der unangenehmsten Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich gehört, stellt Betroffene physisch und psychisch vor große Herausforderungen. Doch was genau passiert dabei eigentlich? Wir sind der Sache mal auf den Grund gegangen…

Wann tritt Liebeskummer auf?

Liebeskummer ist die Reaktion auf unerfüllte oder zurückgewiesene Gefühle. Je nach Persönlichkeit kann er in unterschiedlichem Maße ausgeprägt und entsprechend unterschiedlich empfunden werden. Obwohl er eine schwere seelische Belastung darstellt, wird ihm gesellschaftlich und medizinisch eine eher untergeordnete Rolle beigemessen. Die Auswirkungen können jedoch fatal sein. Jeder reagiert unterschiedlich auf dieses Gefühl.

Woran erkenne ich Liebeskummer?

Liebeskummer geht mit einer Vielzahl von Symptomen einher, die neben dem allgemeinen Befinden auch die sozialen Bereiche des Betroffenen umfassen können. Die Gefühle des Verlustes und der Zurückweisung gleichen den Empfindungen, die auch beim Tod eines nahestehenden Menschen auftreten. Demzufolge gleicht Liebskummer einem Trauerprozess und setzt sich aus folgenden Phasen zusammen:

  1. Nicht-Wahrhaben-Wollen
  2. aufbrechende Gefühle
  3. Neuorientierung
  4. neues Lebenskonzept

Innerhalb dieser Stufen, die fließend ineinander übergehen oder durch Rückfälle gekennzeichnet sein können, treten folgende Symptome auf:

  • körperliche Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen, Kreislauf- und Konzentrationsprobleme, Schlaf- und Essstörungen, innerliche Unruhe
  • seelische Beschwerden wie mangelnde Lebensfreude, Antriebslosigkeit, Verlust von Lebenszielen und der Orientierung im Leben
  • soziale Probleme wie Rückzug und Desinteresse; aber auch Aggressivität, feindselige oder opportune Verhaltensweisen und ungerechtfertigtes Auftreten gegenüber Nichtbetroffenen

In einigen Fällen kommt es unter Liebeskummer zu Depressionen, die in Selbstmordgedanken oder Suizidversuchen münden können; selten werden darüber auch Neurosen entwickelt, die die Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen verändern.

Was hilft gegen Liebskummer?

Um den Prozess des Liebskummers erfolgreich durchschreiten und abschließen zu können, hilft nur, sich mit seiner Trauer auseinanderzusetzen. Gutgemeinte Ratschläge wie “Das wird schon wieder!” oder “Lenk dich ab!” zeugen häufig nur von der Hilflosigkeit derer, die sich mit dem Liebeskummer eines Mitmenschen konfrontiert sehen. Wirkliche Unterstützung sind dagegen Freunde, die die verschiedenen Phasen ebenso kennen wie akzeptieren. Von Liebeskummer betroffene können folgendes tun:

  • ihre Gefühle akzeptieren; d.h. den seelischen und körperlichen Ausnahmezustand zulassen und nicht versuchen, ihn zu unterdrücken
  • ihre Gefühle “rauslassen”; d.h. dem Schmerz und der Verzweiflung ein Ventil geben: weinen, ein Tagebuch führen, sich mit anderen Betroffenen austauschen oder bei Freunden Rat suchen
  • diese Situation akzeptieren; d.h. das momentane Verhalten auch dann als “normal” hinzunehmen, wenn es nicht der sonstigen Lebensweise oder -auffassung entspricht und nicht zwingend “funktionieren” oder “perfekt” sein zu wollen
  • vorübergehend kleine Ziele setzen; d.h. nur kurzfristig planen und nur überschaubare Projekte angehen
  • ihren Körper mögen und auf sich achten; d.h. regelmäßige Pflege, gesunde Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung an frischer Luft und möglichst wenig Nikotin oder Alkohol
  • ihre Sichtweise ändern; d.h. negative Gedanken und Empfindungen bewusst in positive umwandeln. Dieser Punkt erfordert einige Übung und Konzentration, verhilft aber insgesamt zu mehr Wohlbefinden und Akzeptanz
  • sich Zeit geben; d.h. keinen Druck aufbauen (lassen): Trauer und Liebeskummer sind individuelle Prozesse, die bei jedem Menschen in unterschiedlichem Maß und in unterschiedlicher Geschwindigkeit ablaufen

Wir wünschen allen Verliebten da draussen eine liebeskummerlose Zeit und alles Gute!

Das Beziehungsecke.de-Team

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